Pssst! Mutti hat ihr Geheimrezept herausgerückt…
Siehe, ich verkünde euch große Freude: Meine Mutter hat ihr wohlgehütetes Stollenrezept herausgerückt! Und das ist der Hammer! Nach meiner bescheidenen Meinung handelt es sich schlichtweg um den besten Christstollen der Welt! Und obwohl – oder gerade weil – mein Bruder und ich schon vor etlichen Jahren zu Hause ausgezogen sind, backt unsere Mutter uns beiden jedes Jahr diese kulinarische Erinnerung an die Weihnachtszeit unserer Kindheit.
So auch in diesem Jahr: Letztes Wochenende haben mich meine Eltern in Düsseldorf besucht und mir das süße Wunderwerk vorbei gebracht, mit den Worten „der hält ja ein paar Wochen“. Nun ja, technisch gesehen mag das durchaus möglich sein – die Frage ist wohl eher, ob ich mich solange zurück halten kann! Probiert habe ich den Stollen jedenfalls schon einmal. Und weil er so lecker schmeckt, und weil ich einen geradezu missionarischen Eifer entwickelt habe, was die Verbreitung der Stollenkultur in Deutschland und weltweit und im Universum und überhaupt angeht, habe ich so lange nachgebohrt, bis Mutti ihr Geheimrezept endlich herausgerückt hat!
Noch ein Wort der Warnung: Christstollen backen ist nichts für Eilige! Zumal es sich bei diesem Rezept um einen Hefeteig handelt, der immer und immer wieder gehen muss. Aber: Das Rezept ist für zwei Stollen gerechnet – die Anstrengung lohnt sich also doppelt!
Der beste Christstollen der Welt (Rezept für 2 Stollen)
250 g Rosinen
100 g Zitronat
100 g Orangeat
1/8 Liter frisch gepresster Orangensaft
250 ml Milch
80 g frische Hefe
1 Prise Zucker
1 kg Mehl
140 g Zucker
1 Prise Salz
3 Eigelb
400 g Butter
5 Tropfen Bittermandelöl
1 Päckchen Zitro-Back
1/2 TL gemahlener Kardamom
1 Vanilleschote
200 g gehackte Mandeln
Backpapier
50 g Butter
100 g Puderzucker
Zitronat und Orangeat fein hacken. Zusammen mit den Rosinen in einer Schüssel vermischen geben und mit dem Orangensaft übergießen. Ca. 1 Stunde ziehen lassen. Auf einem Sieb gut abtropfen und zur Seite stellen.
Milch in einem kleinen Topf bei mäßiger Hitze handwarm werden lassen. Hefe zerbröckeln und mit ca. 1/8 Liter lauwarmer Milch, 1 Esslöffel Zucker und wenig Mehl verrühren. Mehl in eine große Schüssel geben. In die Mitte eine Mulde drücken. Vorteig in die Mulde geben und leicht mit Mehl bestäuben. Salz, Zucker und Butterflöckchen auf dem Mehlrand verteilen. Schüssel zudecken und den Vorteig ca. 15 Minuten lang bei Raumtemperatur gehen lassen.
Restliche Milch, Eigelb, Bittermandelaroma, Zitro-Back und Kardamom hinzufügen. Vanilleschote aufschlitzen, auskratzen und Mark hinzu geben. Mit dem Knethaken des Handrührgeräts (oder mit der bloßen Hand) alle Zutaten zu einem glatten, seidigen Teig verarbeiten, bis er Luftblasen wirft. Mit Mehl bestäuben und zudecken, dann 10 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzeit Orangeat und Zitronat feinhacken. Teig aus der Schüssel nehmen, auf bemehlter Arbeitsfläche mit bemehlten Händen flachdrücken. Mandeln, Rosinen, Zitronat und Oangeat darauf verteilen. Die vier Teigseiten zur Mitte hin einschlagen. Den Teig wieder flachdrücken, wieder einschlagen usw., bis Mandeln und Früchte gleichmäßig im Teig verteilt sind. Zudecken und 30 Minuten ruhen lassen.
Den Teig halbieren, aus jeder Hälfte eine längliche Rolle formen. Diese mit dem bemehlten Nudelholz in der Mitte längs dünner ausrollen. Eine Teigseite über die andere schlagen und festdrücken. So kommt die typische Stollenform zustande. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die beiden Stollen darauf verteilen und zudecken. 30 Minuten gehen lassen.
Die Stollen im vorgeheizten Backofen bei 170 °C (Umluft) 35-40 Minuten backen. Dann die Garprobe mit einem Zahnstocher machen. Bleibt noch Teig am Zahnstocher hängen, kommen die Stollen noch einmal in den Ofen und werden noch ein paar Minuten länger gebacken – aber dabei nicht zu dunkel werden lassen!
Butter im Topf zergehen lassen, aber nicht bräunen. Die noch warmen Stollen an allen Seiten damit bestreichen. Dick Puderzucker darüber sieben. Die Stollen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und zum Lagern dicht in Alufolie einwickeln. An einem kühlen Ort lagern.




Tipp 1: Wer keine Rosinen mag, lässt diese einfach weg.
Tipp 2: In Alufolie gewickelt und an einem kühlen Ort gelagert hält der Christstollen vier Wochen und mehr.
Tipp 3: Meist hält der Stollen aber doch nicht so lange, weil er viel zu lecker ist und in der Regel schnell verspeist wird.
So, und nun viel Spaß beim Nachbacken! Die Anleitung für die selbstgebastelten Weihnachts-Windlichter aus Butterbrottüten findet ihr übrigens hier.
Alles Liebe aus der schönesten Stadt am Rhein
Maren

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